Augenarztpraxis 
Dr. Kajasi

Ihr Spezialist in Fragen ambulante Augenoperationen, Netzhaut, 

Glaukom und Schönheit

  • Logo an der Wand
  • Empfang
  • Praxiszimmer 2
  • Wartezimmer
  • Dr. Seiied Ali Kajasi Augenuntersuchung

Glaukom

Definition: Das Glaukom ist eine chronische Sehnervenerkrankung bei der es zu einem fortschreitenden Nervenfaser- und damit verbundenen Gesichtsfeldverlust kommen kann, bei der ein erhöhter Augendruck vorliegen kann, aber nicht muss.
Ich habe extra diese komplizierte Definition an den Anfang gestellt, um einige falsche Vorstellungen aus dem Weg zu räumen.


Aus der Definition folgt Folgendes:


  • Glaukom ist nicht erhöhter Augendruck!
  • Nicht jeder Patient mit erhöhtem Augendruck hat auch ein Glaukom!
  • Es gibt auch Glaukompatienten die keinen erhöhten Augendruck haben!

Daraus wiederum folgt:


  • Da nicht jeder Patient mit erhöhtem Augendruck ein Glaukom hat, muss auch nicht jeder erhöhter Augendruck behandelt werden.
  • Es gibt keinen klar definierten „normalen“ Augendruck. Die alte Vorstellung, jeder Druck über 20 mm Hg ist zu hoch, und ein Druck darunter ist gut, ist falsch!
  • Es gibt auch Patienten mit einem Druck von 15 mm Hg, die trotzdem behandelt werden müssen.


Natürlich ist der Augendruck nach wie vor einer der Hauptrisikofaktoren, und kaum ein Augenarzt wird einen Augendruck von 28 mm Hg unbehandelt lassen, aber es geht um die Grauzone: Muss auch ein Druck von 24 mm Hg behandelt werden? - Braucht jemand mit einem Druck von 18 mm Hg Augentropfen wenn der Sehnerv geschädigt ist? 


Ursachen

Das Glaukom wird in zwei Hauptgruppen eingeteilt: Die Primär- und die Sekundärglaukome. Sekundärglaukome sind Glaukome, bei denen sich das Glaukom als Folge einer Grunderkrankung entwickelt hat. Die häufigsten Sekundärglaukome sind die rubeotischen Glaukome als Folge einer Gefäßneubildung auf der Iris, wie sie beim Zentralvenenverschluss, dem Astvenenverschluss und bei der fortgeschrittenen diabetischen Retinopathie beobachtet werden.Wesentlich häufiger sind die Primärglaukome. Primär heißt, dass es von allein entstanden ist, auf deutsch, man weiß nicht warum es entstanden ist. Ein anderer beliebter Ausdruck in der Medizin wenn die Ärzte nichts wissen ist „essentiell“. Die bei weitem die häufigste Glaukomform ist das „primäre Offenwinkelglaukom“ - POWG. Wie der Name schon sagt, es ist primär, es gibt also keine erkennbare Ursache, und der Kammerwinkel ist weit und offen. - Warum bekommt also so ein Patient ein Glaukom? - Man weiß es nicht!

Eine kleinere Gruppe sind die Engwinkelglaukome. Diese kommen bei stark weitsichtigen Personen relativ häufig vor und sind dadurch gekennzeichnet, dass der Kammerwinkel, das Gebiet im Auge, wo das Kammerwasser abfließt, im Zugang stark eingeengt ist. Manche Augenärzte sagen auch, dass es diese Gruppe nicht gibt, da ein Kammerwinkel entweder offen ist oder nicht. Aus meiner Erfahrung hilft bei diesen Patienten, besonders wenn sie eine Katarakt haben und stark weitsichtig sind, eine Kataraktoperation, da nach der Staroperation durch das Implantieren einer dünnen Kunstlinse, sich der Kammerwinkel wieder vertieft.Schließlich gibt es noch die Normaldruckglaukome. Hier tappt man ganz im Dunkeln. 


Der Druck ist normal, der Kammerwinkel ist normal, aber die Sehnerven sind stark geschädigt. Bei diesen Patienten sucht man oft vergebens nach einer Erklärung. Manche dieser Patienten haben erhöhten Blutdruck, manche erniedrigten Blutdruck, manche sind kurzsichtig. Einige Patienten leiden unter Migraine und bei manchen wird ein nächtliches Absinken des Blutdrucks unter ein kritisches Niveau diskutiert, teilweise auch durch Blutdruckmittel verursacht. Aber diese lange Aufzählung zeigt, dass man es letztendlich nicht weiß, und auch das Normaldruckglaukom in die Gruppe der Primärglaukome gehört.